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Thema: Rosenpflanzung [Seite 1 2 3 ]  

Kein neuer Beitrag morton , 23.06.2018, 12:54
Beitrag #1   

Usergruppe: Gäste
E-Mail: morton@t-inline.de
Rosenpflanzung - Veredelungsstelle


Hallo,

im hessischen Fernsehprogramm gibt es die Nachmittagssendung "Hallo Hessen". In dieser Sendung
werden auch immer wieder mal Tipps für den Garten gegeben. Am 14.6.18 wurde hier ein Beitrag zum
Thema "Rosen" von Frau Peselmann, Gärtnermeisterin aus Bad Homburg, gesendet. Es wurden Ratschläge
für die Pflege, Schnittmaßnahmen und Pflanzung vorgeführt.

Der Beitrag ist in der Mediathek abrufbar:

https://www.ardmediathek.de/tv/hallo-hessen/hallo-hessen-ganze-Sendung/hr-fernsehen/Video?bcastId=95
37582&documentId=53165612


Der Beitrag zum Thema ist ab ca. 01.01.50 zu sehen.

Die Ausführungen entsprachen bis auf den Bereich "Pflanzung" der allgemein bekannten Handhabung.
Bei der Pflanzung hat Frau Peselmann jedoch einen Ratschlag gegeben, der mich irritiert hat.

Hier wurde der Tipp gegeben, dass die Veredelungsstelle bei Pflanzung immer über der Erdoberfläche
liegen muss. Sie hat das mit der Pflanzung einer "David Austin Rose" auch vorgeführt.

Ich habe daraufhin Frau Peselmann per eMail um weitere Information gebeten, da meines Wissens die
Veredelungsstelle immer ca. 4 bis 6 cm unter der Erdoberfläche sein soll. Alle Pflanzanleitungen
von den Rosenschulen, die Fachliteratur und auch die Lehrfilme im Internet geben diesen Hinweis.

Hier meine eMail an Frau Peselmann:


Guten Tag Frau Peselmann,

ich schaue mir immer gerne Ihre Ausführungen in der Sendung "Hallo Hessen" an.

Bei der Sendung am 14.6.18 zum Thema "Rosen" ist mir aber etwas aufgefallen, was mich irritiert.

Sie sagen, dass die Veredelungstelle beim Einpflanzen über der Erde sein muss. Bei der von Ihnen
vorgenommenen Pflanzung der "Abraham Darby" haben Sie das auch nochmals ausdrücklich vorgeführt.
Diese Aussage ist mir neu. Bei allen mir vorliegenden Pflanzanleitungen und in den einschlägigen
Rosenhandbüchern wird immer erwähnt, dass die Veredelungsstelle ca. 3 - 6 cm unter der
Erdoberfläche sein soll.

Gibt es hierzu neue Erkenntnisse, die ich noch nicht weiß ?

Würde mich über eine Aufklärung sehr freuen.

Vielen Dank und beste Grüße

Harald H. Morton


Frau Peselmann hat mir auch umgehend geantwortet. Hier ihre Antwort.

Sehr geehrter Herr Morton,

manche Gärtner pflanzen die Veredlungsstelle tatsächlich unter die Erde, was zwar die Veredlung
schützt, aber das Edelreiß dazu verleitet, eigene Wurzeln zu ziehen und die Veredlungsunterlage
abzuwerfen, womit die speziell dem Boden und der Sorte angepassten guten Eigenschaften der
Unterlage verloren gehen. Daher pflanzen wir „oberirdisch“ und häufeln im Winter an, um die Stelle
zu schützen.

Mit freundlichem Gruß
Claudia Peselmann

Die Antwort ist durchaus plausibel, widerspricht aber meiner Meinung nach nicht der gängigen Lehre.

Mich würde interessieren, wie die Rosenfreunde hier im Forum darüber denken.

Beste Grüße

Harald H. Morton

PS: Also ich werde meine Rosen weiterhin so pflanzen, dass die Veredelungsstelle unter der Erde
liegt.









 
Kein neuer Beitrag Klaus , 24.06.2018, 11:48
Beitrag #2   

Rang: * * O O O
Registrierung: 15.01.2010, 12:49
Homepage: http://www.hukurban.de
 

öfters da mit 47 Punkte, 43 Beiträge
Hallo Harald,

das ist ein wirklich interessanter Punkt, weil er das berührt, was ich selbst seit über 30 Jahren
praktiziere und predige.
Bin sehr gespannt auf die Antworten.

Klaus

 
Kein neuer Beitrag Rosendompteur , 24.06.2018, 20:56
Beitrag #3   

Rang: * * O O O
Registrierung: 28.10.2012, 13:04
 

öfters da mit 42 Punkte, 34 Beiträge
Hallo,

es ist schon eine interessante Frage. Ich selber habe es noch nicht ausprobiert, die
Veredlungsstelle über den Erdboden zu belassen. Ich glaube, wir wohnen auch zu weit im Norden,
starke Froste, schneidende Winde aus Nordost, vielfach ohne schützende Schneedecke, da ist es wohl
besser die Veredlung in der Erde zu verstecken. Wenn man dann aber durch Gartenanlagen geht, sieht
man oft, das die Veredlung oberhalb des Erdniveaus ist. Oft gärtnern gerade dort ältere Leute.
Gerade im Frühjahr sieht man dann. bei einigen Rosen sind die Triebe bis zur Veredlung erfroren.
Gesagt wurde dann, wir schneiden die Runter und die Rose treibt wieder. Manche Jahre klappt es,
aber nach diesem Winter sah es vielfach nicht gut aus.

Mein Fazit; Bei uns würde ich es nicht empfehlen, die Veredlung oberhalb des Erdniveaus zu lassen,
im Weinbauklima vielleicht kein Problem.

Liebe Grüsse

Gerhard =) =) =)

" Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er erfordert das, was in unserer Gesellschaft
am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum." ( Dieter Kienast )

 
Kein neuer Beitrag Andrea , 26.06.2018, 13:20
Beitrag #4   

Rang: * * O O O
Registrierung: 24.02.2010, 12:30
 

öfters da mit 16 Punkte, 16 Beiträge
Hallo zusammen,

aber das widerspricht doch allen gängigen Anleitungen. Und die meisten Leute häufeln ihre Rosen
doch gar nicht mehr an.

Was mich aber mehr irritiert, ist die Aussage über die Unterlagen, die speziell dem Boden und der
Rose angepasst sein soll. Mit Verlaub, das glaube ich nicht, dass die Unterlage speziell angepasst
ist. Denn es gibt gleiche Rosensorten, die auf verschiedenen Unterlagen stehen. Und wenn ich Rosen
kaufe, werde ich nicht nach meinem Gartenboden gefragt. Von daher kann die Unterlage gar nicht
speziell angepasst sein oder sehe ich da etwas falsch? Dieses Argument ist für mich nicht
schlüssig, was da geantwortet wurde. Auch nicht schlüssig ist für mich die Aussage, dass nur manche
Gärtner die Veredelungsstelle unter den Boden pflanzen. Ich würde doch meinen, dass es nur manche
Gärtner sind, die darüber pflanzen.

Viele Grüße
Andrea

 
Kein neuer Beitrag Dorothea , 26.06.2018, 17:55
Beitrag #5   

Rang: * * * O O
Registrierung: 14.01.2010, 11:28
 

Fortgeschritten mit 125 Punkte, 85 Beiträge
Bei mir habe ich ein Beet, dass mit viel Kompost aufgebessert wurde. Dieser hat sich jetzt zersetzt
und am Rand stehen bei einigen Rosen die Veredelungsstellen frei über der Erde. Die Rosen sind
nicht mehr stabil im Erdboden verankert und neigen sich zur Seite. Dagegen stehen die tiefer
gepflanzten Rosen stabil im Boden. Die Angst, dass die Rose sich von der Unterlage löst ist,
scheint sehr groß zu sein.
Die Unterlagen wählt der Rosenschuler nach seinem Boden und nicht nach dem Boden seiner Kunden.
Sonst müsste z.B. Leonardo da Vinci für sandige Böden und lehmige Böden angeboten werden.
Ich fürchte, da ist einiges bei der Recherche durcheinander geraten.

Dorothea

 
Kein neuer Beitrag RosenMama , 29.06.2018, 06:02
Beitrag #6   

Rang: * * O O O
Registrierung: 29.12.2011, 18:10
 

öfters da mit 27 Punkte, 21 Beiträge
Am letzten Wochenende gab es Gelegenheit, dieser Frage nachzugehen. Vielleicht hat ja jemand
nachgefragt?

Meine Meinung ist, dass Frau Peselmann Gärtnerin ist, keine Rosenschulerin. Das Soezialwissen rund
um die Rose ist unter Gärtnern möglicherweise nicht sehr groß.,da es zuviele verschiedene Pflanzen
gibt, die in Gärtnereien gezogen bzw verkauft werden?

 
Kein neuer Beitrag Dorothea , 29.06.2018, 16:46
Beitrag #7   

Rang: * * * O O
Registrierung: 14.01.2010, 11:28
 

Fortgeschritten mit 125 Punkte, 85 Beiträge
Hallo RosenMama,

ich glaube, keiner traute sich, solch eine Frage zu stellen. Ich meine, einmal gehört zu haben,
dass es bei Sträuchern, die eine Zwischenveredelung haben (Wurzel, Stamm und Edelreis) sinnvoll
ist, diese so hoch zu pflanzen, dass der Stammbildner keine Wurzeln treiben kann. Aber wir haben es
hier mit Rosen zu tun.
Ich würde die genannten Ratschläge als amüsante Außenseitermeinung ansehen, der man nicht folgen
sollte.

Dorothea

 
Kein neuer Beitrag Morton , 30.06.2018, 13:16
Beitrag #8   

Usergruppe: Gäste
E-Mail: morton@t-online.de
Hallo Dorothea,

die Sache als "amüsante Außenseitermeinung" abzutun, ist mir etwas zu einfach.

Hierzu kann ich noch folgende Ergänzung zu meinem Eröffnungsbeitrag geben:
In meinem Rosengarten habe ich immer mal Besuchergruppen, so auch vor ein paar Tagen. Neben der
Besichtigung halte ich dann einen Vortrag zum Rosenschnitt, Pflege und auch zur Pflanzung. Als ich
auf das Thema "Pflanzung" gekommen bin und ich den Hinweis auf "unter der der
Erdoberfläche"
gegeben habe, kam von einer Besucherin prompt die Bemerkung: "Sind Sie da ganz sicher? Vor ein paar
Tagen habe ich im Fernsehen einen Bericht gesehen, demnach die Veredelungsstelle über der
Erdoberfläche sein soll."

Ich hatte mir aus Vorhersehung auf solch einen Einwand vorab Fotokopien von Pflanzanleitungen der
Rosenschulen und Texte aus Rosenhandbüchern angefertigt und konnte damit entsprechend aufklären.
Auch habe ich zu dem TV-Bericht und meine Nachfrage bzw. Antwort von Frau Peselmann Stellung
genommen.

Dorothea, wie Sie sehen, kann ein solcher Einwand, den nicht vorbereiteten Sprecher in eine
durchaus missliche Lage bringen.

Die Sendung "Hallo Hessen" wird ja auch in anderen Regionalsendern und in SAT 3 ausgestrahlt, so
dass davon ausgegangen werden muss, dass viele Menschen das gesehen haben.

Am meisten gestört hat mich bei der Antwort von Frau Peselmann die Bemerkung "manche Gärtner". Sie
unterstellt somit den anerkannten Rosenschulen und Experten, dass sie keine Ahnung haben. Frau
Peselmann ist m.E. da doch wohl über das Ziel hinaus geschossen.

Wie ich weiß, werden ja in den Freundeskreisen der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde viele
Seminare und Vorträge gehalten. Ich kann nur empfehlen, sich auf diese eigenartige Meinung von Frau
Peselmann vorzubereiten. Eine, wie oben zitierte Äußerung, kann schon die Kompetenz des Referenten
in Frage stellen.

Beste Grüße und noch einen schönen Tag.

Harald H. Morton
-------------------------------------------------------------
"Mein Rosengarten" https://www.youtube.com/watch?v=1EjWoimhxoQ



 
Kein neuer Beitrag Klaus , 30.06.2018, 15:02
Beitrag #9   

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öfters da mit 47 Punkte, 43 Beiträge
Liebe Rosenfreunde,

jedes Jahr zu Beginn der Rosenzeit sind in weniger gepflegten Vorgärten - und das ist in meiner
Wohngegend leider sehr häufig der Fall - Wildrosen zu beobachten, die dort sicher niemand
gepflanzt hat. Vielmehr ist anzunehmen, dass es sich um Rosen handelt, die als Sorte gepflanzt
wurden, dann aber wegen mangelnder Pflege von der Unterlage überwuchert wurden.

Meine Frage an die Fachleute:
Passiert das Überwuchern der Sorte durch die Unterlage leichter, wenn die Rose mit der
Veredelungsstelle über der Erde gepflanzt wurde oder wenn sie mit der Veredelungsstelle unter der
Erde gepflanzt wurde?
.
Die Antwort auf diese Frage könnte vielleicht bei der Beurteilung der von Frau Peselmann
empfohlenen Pflanzmethode helfen.

Ich bin gespannt, ob die Frage weiterhelfen wird.

Herzliche Grüße

Klaus

 
Kein neuer Beitrag Klaus , 07.07.2018, 18:05
Beitrag #10   

Rang: * * O O O
Registrierung: 15.01.2010, 12:49
Homepage: http://www.hukurban.de
 

öfters da mit 47 Punkte, 43 Beiträge
Liebe Royenfreunde,
ist meine Frage so peinlich, dass niemand darauf antworten will?
Klaus

 
Kein neuer Beitrag Morton , 08.07.2018, 08:36
Beitrag #11   

Rang: * O O O O
Registrierung: 30.06.2018, 13:10
 

Neuling mit 1 Punkte, 1 Beiträge
Hallo Klaus,

Ihre Frage ist sicherlich nur zu beantworten, wenn man beide Pflanzarten praktiziert.

Ich pflanze alle Rosenstöcke mit der Veredelungsstelle unter die Erdoberfläche (wie eingangs zu
diesem Diskussionsfaden von mir schon erwähnt) und habe ganz, ganz wenig Wildtriebe. Beobachtet
habe ich, dass diese Wildtriebe auch nur bei bestimmten Sorten auftreten (z,B. Montana, Caramela,
Mainaufeuer).

Weiterhin werde ich meine Stöcke so pflanzen.

Schönen Sonntag noch.

Harald H. Morton

----------------------------------------------------------------
"Morton Rose Garden" https://www.youtube.com/watch?v=1EjWoimhxoQ

 
Kein neuer Beitrag Leda , 08.07.2018, 13:16
Beitrag #12   

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Registrierung: 08.04.2018, 22:24
 

öfters da mit 18 Punkte, 18 Beiträge
Deine Frage, Klaus, lässt sich nach meiner Auffassung sehr eindeutig beantworten.
Das Austreiben der Unterlage wird durch hohes Einpflanzen begünstigt.
Sitzt die Veredelungsstelle hingegen

 
Kein neuer Beitrag Leda , 08.07.2018, 13:20
Beitrag #13   

Rang: * * O O O
Registrierung: 08.04.2018, 22:24
 

öfters da mit 18 Punkte, 18 Beiträge
Sorry, zu schnell abgeschickt und die Bearbeitungstaste muss ich noch finden.

Also tiefes Einpflanzen kann dazu führen, dass die Rose schneller eigene Wurzeln bildet. Gerade
bei einigen historischen Rosen kann es dann zu einer stärkeren Bildung von Ausläufern kommen. Bei
modernen Rosen habe ich das allerdings noch nicht erlebt.

 
Kein neuer Beitrag Klaus , 09.07.2018, 09:23
Beitrag #14   

Rang: * * O O O
Registrierung: 15.01.2010, 12:49
Homepage: http://www.hukurban.de
 

öfters da mit 47 Punkte, 43 Beiträge
Liebe Rosenfreunde,

dann war meine Frage doch nicht so abwegig: Tiefes Pflanzen der Veredelungsstelle schützt nicht nur
vor Frost (was Frau Peselmann bei ihrer Methode durch Anhäufeln im Winter ersetzt), sondern eben
auch vor Wildtrieben, und ein solcher Schutz lässt sich durch Anhäufeln im Winter nicht ersetzen.

Ich vermisse immer noch eine offizielle Stellungnahme der GRF-Fachleute, z. B. der Herausgeber der
"Handreichungen".

Viele Grüße,

Klaus

 
Kein neuer Beitrag Iris , 09.07.2018, 14:12
Beitrag #15   

Rang: * O O O O
Registrierung: 09.07.2018, 12:46
 

Neuling mit 1 Punkte, 1 Beiträge
Hallo Klaus

Auch in der Schweiz kenne ich nur die Empfehlung, Rosen so tief zu pflanzen, dass die
Verdlungsstelle ca 5cm tief unter der Erdoberfläche liegt.

Im letzten Herbst bestellte ich 3 Rosenstöcke direkt bei David Austin in England, welche mit
deutlich längeren Wurzeln und Trieben als bei uns üblich geliefert wurden. Da die Pflanzanleitung
empfahl, nichts einzukürzen, es sei denn, es wären Beschädigungen vorhanden, hob ich entsprechend
tiefe Pflanzlöcher aus. Austin empfiehlt weiter, auf das Loch einen Bambusstab zu legen, um damit
am Rosenstock, wenn er ins Pflanzloch gehalten wird, bequem abzumessen, dass die Veredlungsstelle
und ein kleiner Anstz der Trieb unter die Erdoberfläche kommen. Also auch Austin gehört zu den
Rosenfachleuten, die ihre Rosen tief pflanzen.

Ich denke, dass Frau Peselmann mit ihrer Pflanzmethode wohl eher die Ausnahme ist.

Herzliche Grüsse
Iris

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