• Willkommen, Gast!
  • Mittwoch, 21. Oktober 2020, 11:41:12
Position: Home » Forum » Rund um die Rosen » Rosen als Nutzpflanzen
Thema: Rosen als Nutzpflanzen [Seite 1 ]  

Kein neuer Beitrag VorstandDJungen , 10.07.2020, 12:23
Beitrag #1   

Rang: * * * * *
Registrierung: 14.01.2010, 11:28
 

Dauergast mit 438 Punkte, 284 Beiträge
In Fortführung der Diskussion über Pheno-Geno-Rosen und Dem Buch „Kochen und Backen“ möchte ich
Die Argumente von Stachelritter aufgreifen, der auch den Aspekt der Nützlichkeit der Rosen
aufgreift.
Rosen als Nutzpflanzen sind ein ganz alter Aspekt des Anbaus von Rosen im Garten (siehe die
Anleitung Karls des Großen), der von dem Aspekt des „Luxusgutes“ Rose abgelöst wurde bis die Rosen
zur allgemein verfügbaren Gartenzier wurden.

Stachelritter fragt nach wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Thema. Ich weiß nicht, ob
diese existieren, aber wir könnten ja auf die Suche gehen und die verschiedenen Nutzen der Rose
zusammentragen.

Hier ist der Beginn der Diskussion

Dorothea Jungen, Vizepräsidentin
Dieser Beitrag wurde insgesamt 2 mal editiert. Das letzte Mal 10.07.2020, 12:25 von VorstandDJungen.

 
Kein neuer Beitrag VorstandDJungen , 10.07.2020, 12:33
Beitrag #2   

Rang: * * * * *
Registrierung: 14.01.2010, 11:28
 

Dauergast mit 438 Punkte, 284 Beiträge
Heute habe ich eine Mail bekomme, in der auf das Thema Jetzt Bienen füttern hingewiesen und der
Nutzen verschiedenster Pflanzen für die Bienen aufgelistet wird.

Zum Thema Bienen und Insekten schützen hat das Bundesmisisterium für Ernährung und Landwirtschaft
(BMEL) einen Artikel auf seiner Homepage eingestellt, der viele Informationen zu diesem Thema
bietet und auf weitere hinweist.

Bienen und Insekten sind ein Aspekt der Nützlichkeit von Rosen, der uns mehr und mehr bewusst wird.

Dorothea Jungen, Vizepräsidentin

 
Kein neuer Beitrag Stachelritter , 10.07.2020, 15:16
Beitrag #3   

Rang: * * O O O
Registrierung: 09.06.2020, 13:09
 

öfters da mit 41 Punkte, 39 Beiträge
Vielen Dank, dass dieses Thema hier einen eigenen Thread bekommen hat. Ich denke, dass über den
Verlauf der Zeit hier eine Menge Gedanken zusammengetragen werden können.

Zu der Rolle von Rosen als Insektenweide: Vielfach findet man den Hinweis, dass nur ungefüllte
Rosen nützlich für Insekten sind. Das wird auch regelmäßig von vielen Autoren voneinander
abgeschrieben. Trifft aber nicht unbedingt zu. Denn offenbar gibt es zahlreiche (wenigstens)
halbgefüllte Rosen, die auch gerne von Insekten genutzt werden. Zudem bieten wiederholt blühende
Rosen über das Jahr hinweg eine Nahrungsquelle an, während viele einmalblühende Wildrosen mit ihren
Hagebutten dann eher etwas für die Vögel sind.

Wer dazu etwas lesen möchte, kann sich in einer Veröffentlichung von Dr. Reinhard Witt schlau
machen, der zahllose Rosensorten vorstellt, die wir alle kennen und lieben: "Naturnahe
Strauchrosen" (https://www.reinhard-witt.de/buchshop/aktuelle-buecher/naturnahe-rosen/). Ich
glaube, es wird noch ein Buch über naturnahe Kletterrosen geben? Irgendwo habe ich so was gelesen.
Für einen naturnahen Garten braucht man sich nicht auf ungefüllte Rosen zu beschränken!

Persönlich konnte ich mehrfach beobachten, dass Insekten auch in stärker gefüllte Rosenblüten
klettern (gerade bei Hummeln macht es viel Krach und es sieht auch sehr drollig aus, wenn sie sich
da reinquetschen). Natürlich steht fest, dass die Staubgefäße in diesen Blüten in höherem Ausmaß in
Blütenblätter umgewandelt sind. Es scheint aber noch Nahrung für Insekten zu geben...

Ich denke, dass es wie immer die Mischung macht: Öfter- und einmalblühende kombinieren, ungefüllte
und halbgefüllte Rosen nebeneinander setzen etc. Also eigentlich alles so, wie man es intuitiv
ohnehin schon macht.

Ein weiterer Aspekt hinsichtlich des Vogelschutzes: Nicht nur die Hagebutten sind in Wintermonaten
für Vögel (und hungrige Kleinsäuger) von großer Bedeutung! Dichte Rosenbüsche und Rosenhecken sind
ein extrem wertvoller Bereich für die Brutpflege. Vögel bauen gerne ihre Nester in wehrhaft
bestrachelten Pflanzen. Auch hier sind Rosen von Vorteil. Wenn sie dann noch insektenfreundlich
sind, gibt es die Nahrung für die hungrige Brut gleich dazu. Und je mehr Meisen man in seinen
Hecken hat, umso mehr Blattläuse fressen sie!

Vor dem Hintergrund des Klimawandels sollte man unbedingt daran denken, dass viele Bruten zunehmend
früher im Jahr beginnen. Je nach Wetterlage bei den Vögeln, die nicht in den Süden ziehen, bereits
Anfang März, manchmal früher. Da sollte man dann an alten Pflanzen, die gerne als Brutpflanzen
genutzt werden, den Rückschnitt eher in den Herbst legen (oder den Januar) als den brütenden Vögeln
Stress zu bereiten. Ihr Problem ist nämlich, dass in dieser Zeit oft noch nicht das Laub blickdicht
wächst. Daher schätzen sie die Dornen als Schutz sehr, freuen sich aber auch über Ruhe.

Es gibt sehr früh austreibende Rosen, auch hier ist ein Aspekt erkennbar, der bei der Neupflanzung
von Rosen Beachtung finden könnte.

Zunehmend trockenere Sommer und nasskalte Winter in Folge des Klimawandels dürften zu einer
Neueinschätzung verschiedener Rosensorten führen, die weitgehend geringere Ansprüche als andere
Gartenpflanzen haben.

Auch auf dem Gebiet der klimaplastischen Gärten sehe ich damit die Rolle der Rosen als alte und
neue "Pionierpflanze" gleichermaßen mit großem Interesse.




Herzlichst,
Stefan

 
Kein neuer Beitrag Rosensepp , 11.07.2020, 13:24
Beitrag #4   

Rang: * * O O O
Registrierung: 05.11.2012, 22:33
Homepage: http://rosenfreunde.jimdo.com/
 

öfters da mit 33 Punkte, 31 Beiträge
Auch mich freut es sehr, dass dieses Thema hier aufgegriffen wurde.

Selbst Imker, konnte ich wieder einmal beobachten, wie wichtig Rosen in der Zeit sind, wo die Obst-
und Löwenzahnblüte vorbei ist, die Wiesen im Abstand von nur wenigen Wochen wiederholt gemäht
werden und in den Feldern außer Mais und Getreide keine anderen Pflanzen, vor allem keine
Nektarpflanzen zu finden sind. In Jahren wie diesem, wo es offensichtlich auch im Wald nicht viel
für die Bienen zu holen gibt, sind die Gärten besonders wichtig. Vor allem am Vormittag summt es in
unserem Garten und unzählige Bienen, meine Honigbienen, Wildbienen und Hummeln sind auf
Nahrungssuche. Auch die vielen Begleitpflanzen der Rosen blühen und bieten Nektar und Pollen. Für
einen Imker ist es sehr traurig, für Nichtimker meistens nicht nachvollziehbar, dass in manchen
Sommern Bienen gefüttert werden müssen. Wer schon einmal ein verhungertes Bienenvolk in den
Sommermonaten gesehen hat, weiß wovon ich spreche.

Es fehlt einfach an der Vielfalt in unserer Umgebung, in der (genutzten) Natur. Der deutsche
"Saubermann" duldet halt keinen Wildwuchs oder Brachflächen, auch keine Straßenränder mit Pflanzen
die schon etwas braun werden. Nur saftiges Grün ist erstrebenswert. Einheitliches Grün, das können
wir einordnen, da kennen wir uns aus. Da ist auch kein Unterschied zwischen einem Gartenbesitzer
mit kurzgeschorenem Rasen oder einem Landwirt der seine Wiesen sechsmal im Jahr mäht. Sonst wird es
uns schnell zu bunt. Nein so ein durcheinander kann man nicht dulden. Sollte es doch jemanden
geben, der es ein bisschen bunter mag, dem kann ich die "vielfaltsmacher.de" empfehlen.

Aber auch für uns sind die Rosen Nutzpflanzen. Auf dem Frühstückstisch steht die Rosenmarmelade und
Rosengelee, Nachmittags zum Kaffee lassen wir uns hin und wieder eine Rosentorte schmecken, den
Sommerabend genießen wir mit Rosenbowle, an einem Regentag (oder auch an anderen Tagen) kann man
ein Bad mit einer "Rosenbadepraline" genießen, und, und, und (s. Kochen u. Backen mit Rosen und
andere Literatur zum Thema). Ganz zu schweigen vom Duft der Rosen im Garten, den man richtiggehend
aufsaugt, egal ob wir im Garten arbeiten oder ruhen.

Scherzhaft erzähle ich immer bei den Vorträgen über "Rosenköstlichkeiten" die meine Frau und ich
halten: "Seit ich weiß, dass man Rosen essen kann, haben wir den Gemüsegarten aufgelöst". Ein
Lacher ist es allemal, glauben tut es sowieso niemand. Dieser Vortrag ist bestens dazu geeignet,
dass Rosen auch einmal von einer anderen Seite gesehen werden, nämlich als Nutzpflanzen. Mein Part
ist dabei die geeigneten Rosen und die Geschichte der Rose als Nutzpflanze vorzustellen. Meine Frau
gibt dann Wissenswertes über die Ernte der Rosen(-blütenblätter) und die Zubereitung der
verschiedenen "Rosenköstlichkeiten" weiter.

Ich kann das nur unterstützen, dass aus möglichst vielen Rosenliebhaber(-innen) auch viele
Rosennutzer(-innen) werden oder auch umgekehrt.

Ich wünsche allen eine gute Zeit, eine schöne zweite und dritte Rosenblüte und bei den
einmalblühenden Rosen viel Freude und Nutzen an den Rosenfrüchten. Die kleinen kugeligen Hagebutten
der Stacheldrahtrose leuchten schon in der Sonne.




Herzliche Grüße, Josef

 
Kein neuer Beitrag RosenMama , 11.07.2020, 16:00
Beitrag #5   

Rang: * * * O O
Registrierung: 29.12.2011, 18:10
 

Fortgeschritten mit 92 Punkte, 80 Beiträge
Hallo allerseits,

Der von Rosensepp beschriebene Zustand sieht dann zum Beispiel so aus:

https://up.picr.de/38982944op.jpg

Viele liebe Grüße von RosenMama

 
Kein neuer Beitrag RoSaMund , 12.07.2020, 08:29
Beitrag #6   

Rang: * * * O O
Registrierung: 12.02.2018, 09:40
 

Fortgeschritten mit 95 Punkte, 59 Beiträge
Danke, Rosenmama,

Für diese Bild, das uns deutlich den Kontrast zeigt zwischen Armut und Reichtum an Natur im Garten.

RoSaMund

Rosengrüße von

RoSaMund

Druckansicht

n/a n/a 1     (Anzeige: 1 – 6; insgesamt: 6) n/a n/a
  • 0.279586 Sek., 10 DB-Zugriffe, 2.379 MiB
  • Powered by Boardsolution v1.45
FAQ | Impressum/Nutzungsbedingungen