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Thema: Kochen und Backen mit Rosen [Seite 1 ]  

Kein neuer Beitrag Rosenkavalier , 08.07.2020, 14:06
Beitrag #1   

Rang: * * * * *
Registrierung: 14.01.2010, 14:29
 

Dauergast mit 648 Punkte, 242 Beiträge
Kochen und Backen mit Rosen

Annett Loos
Renidere Verlag, Maintal 2020
29,95 €


Hier haben wir ein Rosen Koch- und Backbuch der besonderen Art vor uns.
Auf 272 Seiten findet der Rosenliebhaber sage und schreibe 196 Rezepte.
In der Einleitung geht die Autorin zunächst auf die Verbreitung und Geschichte der Rosen ein. Sie
berichtet über essbare Rosen, ihre therapeutische Verwendung
sowie über die Heilkraft. Danach folgen die Koch- und Backrezepte in alphabetischer Reihenfolge.
Hier einige Beispiele: Apfel-Blätterteig-Rosen, Buttercreme-Rosentorte,
Erdbeer-Rosen-Pralinen, Himbeer-Rosen-Mousse, Mohn-Rosen-Muffins, Rosen-Sorbet, Rosenbowle,
Rosenlikör uvm.
Leidenschaftliche Hobbyköche können hier nichts falsch machen. Neben den Zutaten enthält jedes
Rezept Angaben über die Arbeitszeit, die Kochzeit und die Serviergröße. Des Weiteren werden die
einzelnen Arbeitsschritte bei der Zubereitung
der Speisen und Getränke genauestens erläutert.
Das liebevoll gestaltete und mit 240 Abbildungen ausgestattete Buch kann allen
koch- und backbegeisterten Rosenfreunden empfohlen werden.
Die Rezension mit Titelbild erscheint auch unter https://rosenbuecher.wordpress.com/

Rosenkavalier

 
Kein neuer Beitrag Stachelritter , 08.07.2020, 14:46
Beitrag #2   

Rang: * * O O O
Registrierung: 09.06.2020, 13:09
 

öfters da mit 41 Punkte, 39 Beiträge
Danke für den Tipp und die Rezension!

Ich denke, dass es für die meisten hier irrelevant ist, jedoch für mich als Gartenfachberater in
einer Kleingartenkolonie ist es von Bedeutung: Ich plädiere nämlich dafür, Rosen auch als
Nutzpflanzen zu sehen und nicht als Zierpflanzen. Hier war ja schon mal der Hinweis auf die
Spieserosen bei Geno-Phäno-Rosen im Gespräch...

Warum Rosen als Nutzpflanzen? Weil dann Rosen im Rahmen der "Drittelregelung" bei Kleingärten der
Kategorie "kleingärtnerische Nutzung" hinsichtlich des "Anbaus" von Nahrungsmitteln zugerechnet
werden können.

Damit kann das Pflanzen von Rosen nämlich eine neue Bedeutung auch für jüngere Pächter erhalten
(die ansonsten immer die üblichen Vorbehalte gegenüber Rosen thematisieren: zu viel Gift, zu
kompliziert etc.).

Je vielfältiger Rosen eingesetzt werden können, umso mehr Rosen können auch wieder neu gepflanzt
werden...

(Nur als Ergänzung: Ich propagiere das gleiche Muster auch bei Hainbuchenhecken. Also
Hainbuchenhecken als Anbaufläche kleingärtnerischer Erzeugnisse. Denn wenn man in eine solche Hecke
eine Hainbuche einsetzt, deren Wurzelballen mit entsprechenden Pilzsporen geimpft sind, kann eine
Hainbuchenhecke zu einer "Trüffelplantage" werden. Es braucht halt etwas mehr Zeit als bei den
Rosen, kann in der Gartenordnung aber anders eingeordnet werden.)

Herzlichst,
Stefan

 
Kein neuer Beitrag Compassion , 09.07.2020, 11:53
Beitrag #3   

Rang: * * * O O
Registrierung: 08.04.2020, 10:59
 

Fortgeschritten mit 57 Punkte, 51 Beiträge
Hi Stachelritter/Stefan,

das ist eine sehr gute Initiative, die wir unbedingt auch in unseren Medien stärker thematisieren
sollten.

Ich habe mal einen Schrebergarten in Bielefeld gehabt, wo die Vereinsvorderen das Ganze nicht so
genau genommen haben. Ich hatte etwa eine komplette etwa 12 m lange Hecke aus Alten Rosen
(Gallicas, Albas, Damaszener, Zentifolien et al. angegeben als Blütenlieferanten für Süßspeisen,
Salben und Ölen, alle einmal blühenden Rambler als Hagebuttenlieferanten damit sie als Obstgehölz
gelten (allerdings hatten nur die Vögel etwas davon, weil ich diese kleinen Hagebutten nie geerntet
hatte) und eine Hecke aus Rosa Rugosa 'Rotes Meer', die die Gemüsebeete abgegrenzt hatte ebenfalls
als Hagebuttenlieferant - hier haben wir sogar entsprechend geerntet. Ich bin sogar soweit
gegangen, dass ich einen kleinen Garten mit etwa 40 Edelrosen als Nutzfläche zur
Schnittblumengewinnung deklarierte hatte - das ist zwar etwas grenzwertig, aber auch hier haben die
Vereinsmeier durch die Finger geguckt.
Immerhin war die Rose ja auch im Mittelalter in den Klostergärten bzw. den Meierei-Gärten deren
Pflanzenbestand Karl der Große mit einem Edikt vorgegeben hatte eindeutig eine Nutz- und
Heilpflanze. Dass sie noch umwerfend schön ist und bekanntlich auch einen Symbolwert entfaltet ist
freilich ebenfalls niemanden entgangen.

Neben der ökologischen Bedeutung entsprechender Rosen ist also bei bestimmten Sorten/Arten ihr
Nutzwert unumstritten. Was wir in unserer Rosen-Gesellschaft tun können, ist das unmissverständlich
klar zu machen. Ich denke, wir sollten deinen Anstoß auch mal als Anlass nehmen, auf die
Kleingartenvereine zu wirken, dass zumindest hagebuttenfähige Rosen wie auch stark duftende Sorten
als Nutzpflanzen durchgehen und es hier keine "good-will-Grauzone" mehr gibt. Ob das alles so
geerntet wird, steht auf einem ganz anderen Blatt - allerdings gilt das meiner Erfahrung nach
Ansicht vieler Gärten genauso für Kräuter, mehrjährige Gemüse wie Rhabarber bzw. zumindest die
kleinfrüchtigen Wildobstsorten wie Amelanchier, Cornus, Holunder etc. ebenfalls. Auch von denen
bleibt sehr viel stehen ... und nutzt einfach den Vögeln ... auch nicht schlecht ...

Danke also für diesen Anstoß!

LG Andreas

Hier ist Andreas Barlage am Werke.
Der veröffentlichte Name ist nicht nur eine Hommage an eine meiner Lieblingsrosen, sondern auch ein
Leitbegriff der mir für mein Leben wichtig ist. Übersetzt werden kann er mit „Mitgefühl“.

 
Kein neuer Beitrag Stachelritter , 09.07.2020, 12:14
Beitrag #4   

Rang: * * O O O
Registrierung: 09.06.2020, 13:09
 

öfters da mit 41 Punkte, 39 Beiträge
Gern geschehen und Dank zurück, Andreas!

Auch bei uns in der KG wird das nicht so eng gesehen - denn ich muss es ja sehen. Aber in Berlin
geraten KG leider unter den Druck der Bauindustrie. Und deren Anwälte kennen die Gesetze ganz
genau.

Zum Glück steht im Gesetz nichts von Ernte, sondern nur von Anbau. Angesichts des Nutzens für
Insekten und Vögel (Bruthabitat und Nahrung durch Hagebutten), kann man hier gleich mehrere Fliegen
mit einer Klappe schlagen.

Eine stärkere Betonung, wie hilfreich Rosen darüber hinaus für ein Gärtnern in klimaplastischen
Gärten sein könnnen (stabile Sorten ohne Gift, weniger Wasser als andere Zier- und Nutzfplanzen
etc.), macht die Sache rund. Daran arbeite ich täglich in der Praxis.

Herzlichst,
Stefan

 
Kein neuer Beitrag Stachelritter , 09.07.2020, 13:38
Beitrag #5   

Rang: * * O O O
Registrierung: 09.06.2020, 13:09
 

öfters da mit 41 Punkte, 39 Beiträge
Natürlich wäre es für jeden Vorstand, der für den Erhalt einer Kolonie kämpft, sehr hilfreich, wenn
die Rosen-Gesellschaft hier und da einmal eine ggf. auch wissenschaftlich gestützte Stellungnahme
veröffentlichen würden. Auf die könnte man sich berufen. Und selbst wenn es an der
Wissenschaftlichkeit hapern sollte, ist die Autorität der Instanz selbst ja ein Argument.

Im Dialog mit den entsprechenden Interessensgruppen könnte man damit deutlich machen, dass Rosen
neben ihrer immensen ästhetisch-kulturellen Funktion eine zunehmend wachsende ökologische und
gesundheitliche Bedeutung erhalten.

Ich persönlich kenne keine Pflanze, die über Jahrhunderte hinweg so vielfältig die verschiedensten
Aspekte des jeweils aktuellen Gärtnerns repräsentiert. Rosen sind für jede Generation damit immer
wieder neu von Bedeutung. Ihre Vielfalt macht sie so faszinierend.

Herzlichst,
Stefan

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