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Thema: Rosen – direktes Nachpflanzen mit robusten Sorten gegen Bodenmüdigkeit [Seite 1 ]  

Kein neuer Beitrag Rosenkavalier , 10.05.2020, 18:38
Beitrag #1   

Rang: * * * * *
Registrierung: 14.01.2010, 14:29
 

Dauergast mit 640 Punkte, 238 Beiträge
Im Rosengarten des Heimatvereins Seppenrade e.V., Lüdinghausen konnten 2018 Rosenrabatten für
Versuche zur Bodenmüdigkeit bei Rosen genutzt werden. Es standen zu rodende Flächen als auch eine
Nullfläche zur Verfügung.
Die Ergebnisse – kurzgefasst
Direktes Nachpflanzen robuster Rosensorten auf rosenmüde Flächen brachte im ersten Standjahr
unterschiedliche Ergebnisse der Frischmasseproduktion in Abhängigkeit der Vorkultur und
Rosengruppen. Bodendecker- und Beetrosen lagen auf den zuvor rosenbestandenen Flächen im Aufwuchs
deutlich hinter der Nullvariante. Die kräftiger wachsenden Edel- und Strauchrosen zeigten weniger
stark ausgeprägte Nachbauprobleme im Pflanzjahr.
Das gesamte Untersuchungsergebnis kann unter https://www.hortigate.de/bericht?nr=79169 eingesehen
werden.

Quelle :Hortigate

Rosenkavalier

 
Kein neuer Beitrag VorstandDJungen , 11.05.2020, 13:40
Beitrag #2   

Rang: * * * * *
Registrierung: 14.01.2010, 11:28
 

Dauergast mit 438 Punkte, 284 Beiträge
Das ist ein interessanter Aspekt, der dort untersucht wurde. Wie lange die Fläche frei von Rosen
ist, ist ein Aspekt, der meiner Erinnerung nach bisher nur in Jahren gemessen wurde. Das ist vor
allem für Rosenvermehrer wichtig, damit sie wissen, wie lange sie ihre Felder nutzen können bevor
sie wechseln müssen.

Es gibt Rosenfreunde, die die Meinung vertreten, dass ein unmittelbarer Wechsel (alte Rose raus-
neue Rose rein) die Nachbauprobleme verhindern würde. In dem zitierten Bericht fällt auf, dass die
Phosphatanteile in der sogenannten „Nullvariante“ deutliche geringer sind. Ob dies auch eine
Auswirkung auf die Pflanzenmasse hat?

In Sangerhausen wurde bei mehrjährigen Versuchsreihen festgestellt, dass ein Bodenaustausch die
besten Resultate bringt.

Dorothea Jungen, Vizepräsidentin

 
Kein neuer Beitrag Compassion , 21.05.2020, 09:00
Beitrag #3   

Rang: * * * O O
Registrierung: 08.04.2020, 10:59
 

Fortgeschritten mit 53 Punkte, 49 Beiträge
Rosenmüdigkeit ist bekanntlich eine sehr komplexe Erscheinung und nach wie vor ist das sicherste
Hilfsmittel, die Probleme beim Nachbau zu umgehen der Bodenaustausch.

Interessant ist dabei allerdings, eine Beobachtung, die ich bei einem lange zurückliegenden Besuch
von Rosen Clausen in schleswig-holsteinischen Böklund nahe der Ostsee vom Betreiber der Rosenschule
mitgeteilt bekommen habe. Wenn ich mich recht erinnere, veredelt er auf Rosa multiflora (genauso,
wie etwa Austin in England) und hat auf seinem Boden keine gravierenden Probleme, wenn er für den
Anbau immer die gleichen Flächen verwendet. Das ist der Stand von vor etwa 10 Jahren. Der Ansatz,
dass unterschiedliche Wildlingsunterlagen den Boden unterschiedlich belasten kann also eine Rolle
spielen - ebenso wie die konkrete Beschaffenheit des Bodens.

Von Christian Schultheis hörte ich auf meine entsprechende Frage, ob ich eine Rose an einen Platz
setzen kann, auf dem eine andere Rose nur ein Jahr lang gestanden hat, dass das wenige Risiken
berge. Ich habe das in meinem Schrebergarten in Bielefeld mehrfach gemacht und die Rosen sind alle
bestens gewachsen. Der Faktor Zeit/Durchwurzlungsgrad scheint also auch eine Rolle zu spielen.

Austin propagiert - wie einige andere Anbieter auch - das Mittel „root-grow“, das auch bei einem
Pflanzen einer neuen Rose direkt an den Platz, wo schon eine vorher gestanden hat, der neuen
Pflanze ein problemloses An- und Weiterwachsen gewährleistet. Hier sind Mycorrhiza-Pilze im Mittel,
die bekanntlich die Wurzelaufnahmefläche durch Anlagerung an die Wurzeln vergrößern. Der Haken ist,
dass es enorm viele Stämme dieser Mycorrhiza-Pilze gibt, die auf jeweilige Pflanzen spezialisiert
sind. Bisher gibt es meines Wissens nach nur Mischungen dieser Pilze bei denen man hofft, dass ein
ausreichender Anteil darin enthalten ist, die bei Rosen positiv wirkt. Eine gezielte Selektion etwa
von Rosen-Mycorrhiza war offenbar noch nicht möglich.

Auf meiner Dachterrasse habe ich gerade einen Mini-Versuch laufen. Ich habe zwei neue Kletterrosen
von Tantau (‚Skyline‘, kommen im Herbst auf den Markt) in geräumige Töpfe gepflanzt wo sie
mindestens drei Jahre drin stehen können. In beiden Töpfen standen vorher ebenfalls Kletterrosen
(’Sommergold’ / ‚Ozeana‘ - sie wurden zu groß und sind verschenkt), die Töpfe flankieren den
Rosenbogen auf der Terrasse. Beim linken Topf habe ich das Substrat komplett ausgetauscht und die
neue Pflanze in frisches Substrat gesetzt, beim rechten Topf habe ich nur die 'Ozeana‘ heraus
rosengegabelt und das meiste der Erde ist bei der Pflanzung drin geblieben. Beide neuen 'Skyline‘
waren etwa gleich groß, wurzelnackt und wurden im November 2019 gesetzt. Links steht dieses Jahr
eine Beipflanzung aus weißen Polsterglockenblumen und gelbfruchtigem Chili mit im Topf, rechts eine
Beipflanzung aus zartgelben Gazanien und Gaura lindheimeri, kommends Jahr wird die Beipflanzung
reduziert oder ganz entfernt. Die Töpfe werden gleich behandelt in Sachen Schnitt, Düngung und
Bewässerung. Bisher gibt es beim Austrieb absolut keinen Unterschied - sie sind gleich hoch, gleich
garniert und reagieren bisher gleich auf alle Einflüsse. Ich werde sehen, ob das so bleibt und
werde berichten.

Hier ist Andreas Barlage am Werke.
Der veröffentlichte Name ist nicht nur eine Hommage an eine meiner Lieblingsrosen, sondern auch ein
Leitbegriff der mir für mein Leben wichtig ist. Übersetzt werden kann er mit „Mitgefühl“.

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